Gartenschau für die Sinne

Wandern Sie gerne oder steigen Sie lieber aufs Fahrrad? Mögen Sie gutes Essen und Trinken? Und wie schaut es mit  Stadtführungen aus oder einer Tour im Kanu auf der Rems? Hören Sie gerne tollen Bands und Musikgruppen zu? All  dies und noch vieles mehr können Sie auf der Remstal Gartenschau 2019 erleben, die am 10. Mai startet.
10.000  Veranstaltungen unter dem Motto „Natur und Kultur, Genuss und Bewegung“ füllen den Kalender der 164 Tage dauernden Gartenschau. Wer Besitzer der Vorteilskarte RemstalCard ist, erhält bei vielen Veranstaltungen Ermäßigungen.

Foto: Authentic Studios

Veranstaltungen und Höhepunkte

In der Galerie Stihl in Waiblingen trifft in der Ausstellung „Aufgeblüht und abgelichtet: Blumen in der Fotografie“  vom 11. Mai bis 25. August überbordende Opulenz auf Reflexionen über Welken und Vergänglichkeit. Am Sonntag,  12. Mai (Muttertag), gibt es ein Wiegenfest in Weinstadt mit einem Zug der Mütter. Dieser wird angeführt von  Landesmutter Gerlinde Kretschmann, Ihrer Königlichen Hoheit Herzogin Diane oder Herzogin Marie von  Württemberg, sowie der Weinstädter OB-Gattin Heike Scharmann.

„Samen Pfitzer“ war seinerzeit die Gärtnerei schlechthin in Fellbach. Sie steht neben anderen Gärtnereien und Weinbaubetrieben im Fokus der Ausstellung „Die  Gärtner von Fellbach“ im Stadtmuseum vom 18. Mai bis 20. Oktober.

Gleich zwei Open-Air-Konzerte gibt es in Waiblingen am Seeplatz in der Talaue, und zwar am Sonntag, 2. Juni, mit dem Vokalensemble Calmus und Elke  Heidenreich sowie am Sonntag, 9. Juni, mit dem Jazzpianisten Michael Wollny.

Der kanadisch stämmige und in Stuttgart lebende Tänzer, Choreograph und Entertainer Eric Gauthier lädt am Donnerstag, 6., und Freitag, 7. Juni, zu einem mitreißenden Querschnitt durch den modernen Balletttanz nach Waiblingen ein.

Einen französischen Chansonabend mit Cordelia Hanus gibt es am Sonntag, 21. Juli, in Schorndorf unter dem Motto „Plaisir d’Amour“. Der Wein spielt am Wochenende 17./18. August eine wichtige Rolle in Weinstadt: Dann wird das sinnliche Fest „Drei Farben Wein“ gefeiert. Beim Waldtag in Urbach stellen Förster am Sonntag, 15. September, im forstlichen Stützpunkt die vielfältigen Facetten des Waldes und der Forstarbeit vor.

Interkommunale Veranstaltungen (Auswahl)

Freitag, 10. Mai:
Eröffnung Remstal Gartenschau 2019
Samstag, 18. Mai:
Remstal Museumsnacht
Donnerstag, 23. Mai:
Tag der Region mit Rad-Sternfahrt Remstal
Sonntag, 7. Juli:
Das Remstal singt – sing mit!
Samstag, 27./Sonntag, 28. Juli:
Bergfest der Gartenschau
Sonntag, 29. September:
3. Sparkassen Remstal-Marathon von Waiblingen nach Schwäbisch Gmünd
Samstag, 19. Oktober:
Abschlussfeier

Alle Veranstaltungen finden Sie unter:
www.remstal.de

Die Schauen im Land

Seit knapp 40 Jahren gibt es die Gartenschauen im Südwesten. Doch die Remstal Gartenschau 2019 ist ein Novum,  denn erstmals präsentieren sich sechzehn Kommunen gemeinsam in diesem Projekt. Gartenschauen haben eine  lange Tradition in Baden-Württemberg: Vor 39 Jahren wurde in Ulm und Neu-Ulm die erste Schau dieser Art eröffnet. Aus der ungenutzten Friedrichsau in Ulm entstand ein Naherholungsgebiet, und Neu-Ulm gestaltete die  Glacisanlagen neu. Beide Parkanlagen wurden mit dem Donau-Uferweg verbunden. Auch Schwäbisch Gmünd profitierte von seiner Landesgartenschau 2014: So durchzieht etwa ein „Grünes Band” die Innenstadt und verbindet die Aussichtspunkte Zeiselberg und St. Salvator miteinander, Fluss- und Bachläufe wurden angehoben und die  Uferpromenaden neu gestaltet.

Foto: Authentic Studios

Projekte wie die Landesgartenschauen sind extrem wichtig für die Kommunen und Regionen, denn in ihrem  Zusammenhang entstehen nicht nur neue Parks und Grünflächen. Vielmehr werden auch wichtige  Stadtsanierungsmaßnahmen angestoßen. Bei der Finanzierung hilft das Land kräftig mit: Auf der Grundlage des im Jahr 1996 beschlossenen Landesprogramms „Natur in Stadt und Land“ werden bis zu 50 Prozent der  Investitionskosten für langfristige Stadtentwicklungs- und Grünprojekte übernommen. Die Macher der Remstal  Gartenschau können sich so über einen Zuschuss in Höhe von bis zu fünf Millionen Euro freuen.

Ein Novum

Foto: Remstal Gartenschau

Die Remstal Gartenschau 2019 ist in der Geschichte der Gartenschauen ein Novum: Sie ist bundesweit die erste, die  interkommunal in sechzehn Städten und Gemeinden stattfindet. Neben Essingen, Mögglingen und Böbingen an der  Rems sind dies Schwäbisch Gmünd, Lorch, Plüderhausen, Urbach, Schorndorf, Winterbach, Remshalden und  Weinstadt. Auch Korb, Kernen, Waiblingen, Fellbach sowie Remseck sind mit von der Partie. Zu verdanken ist dieses Gemeinschaftsprojekt dem Masterplan „Landschaftspark Rems“ des Verbands Region Stuttgart, mit dessen Hilfe der Zusammenhang des Gesamtlandschaftsraums Remstal gestärkt werden soll. Auch die Kreissparkasse Waiblingen ist begeistert von der Chance, die das Remstal dadurch erhält. „Es ist etwas Außergewöhnliches, wenn eine ganze  Region ein solches Ereignis zugesprochen bekommt. So ein Projekt bietet viele Chancen und Möglichkeiten, Städte  und Gemeinden nachhaltig und sinnvoll weiterzuentwickeln“, sagt Ines Dietze, die Vorsitzende des Vorstands der  Kreissparkasse Waiblingen.

Foto: Authentic Studios

Entlang der Rems und in den Kommunen werden neue Zugänge zum Wasser, Spielplätze und Sitzgelegenheiten  angelegt, Parks und Grünanlagen werden aufgewertet. Der Remstal-Höhenweg und der Remsweg vereinen sich  künftig im 216 Kilometer langen RemstalWeg, der durch mehr als 2.500 Schilder sichtbar gemacht wird. Die Rad- und Wanderwege werden erneuert, und Wasserfans können die Rems künftig auf einer durchgängigen Kanuroute zwischen Weinstadt und Waiblingen befahren. An den Aussichtspunkten „16 Stationen“ sind tolle Ausblicke ins  Remstal garantiert.

Exklusive Partnerschaft

Foto: Remstal Gartenschau

Die Kreissparkassen Waiblingen, Ludwigsburg und Ostalb unterstützen die Gartenschau Es summt, brummt und  blüht im Remstal – und das ist auch ein Verdienst der Kreissparkasse Waiblingen. Seit vielen Jahren engagiert sie   sich für den Erhalt der Insekten und Bienen und unterstützt mit ihrer Sparkassen-Stiftung das  Bieneninformationshaus Alvarium in Waiblingen. Im Rahmen der Remstal Gartenschau 2019 wird die  Kreissparkasse ihr Engagement noch erweitern: Mit der exklusiven Partnerschaft des Blühflächenprojekts entstehen in Zusammenarbeit mit dem Landesverband der Württembergischen Imker rund 200 Blühflächen, viele davon am Remstal-Radweg. Sie sollen den Insekten neuen Lebens- und Nahrungsraum bieten. An jeder dieser Flächen wird  eine Informationstafel stehen, die das Projekt und die verschiedenen Blumensorten vorstellt.

„Mit unserem Engagement möchten wir einen nachhaltigen und substanziellen Beitrag für das Remstal leisten. Als  größter Finanzdienstleister im Landkreis ist es schon immer Teil unserer Unternehmensphilosophie, uns für das  Gemeinwohl zu engagieren“, betont Ines Dietze. Die Remstal Gartenschau sei für die Kreissparkasse ein Meilenstein  der regionalen und nachhaltigen Entwicklung vieler Gemeinden in der Region.

Die Sparkasse wolle dazu beitragen, dass das Remstal ein attraktiver Wirtschaftsund Lebensstandort bleibe und die  Gartenschau ein Erfolg werde. „Schon jetzt sieht man die Fortschritte in den beteiligten Städten und Gemeinden.  Viele Investitionen wären ohne die Gartenschau sicher so nicht möglich gewesen“, sagt Ines Dietze. Dass sich bei  dem Projekt die Sparkassen Waiblingen, Ludwigsburg und Ostalb im Verbund engagieren, liegt für sie auf der Hand.  „Es macht bei der Konzeption einer interkommunalen Gartenschau ja keinen Sinn, an Kreis- oder  Geschäftsgebietsgrenzen Halt zu machen. Wir als Sparkassen möchten gemeinsam einen Beitrag leisten, damit dieses besondere Projekt ein Erfolg wird.“

Darüber freut sich auch der Geschäftsführer der Remstal Gartenschau 2019 GmbH: „Ohne die drei Kreissparkassen wären einige Projekte der Gartenschau nicht umsetzbar gewesen. Wir sind überzeugt davon, dass wir mit dem  Blühflächenprojekt einen wirklich nachhaltigen Nutzen für Natur und Tierwelt geschaffen haben“, betont Thorsten  Englert.

Sichtbar gemacht wird das Sponsoring der Sparkassen durch ihr Logo auf Werbemitteln und der RemstalCard, der  Dauerund Vorteilskarte der Gartenschau.

Gartenschau zu Hause

Foto: Gary Rogers

In drei Wochen geht’s los mit der Remstal Gartenschau. Blühende Blumen und Pflanzen kann man sich aber auch auf den heimischen Balkon oder Garten zaubern. Thomas Heumann, Chef eines Landschaftsgartenbaubetriebs und  Vorstandsvorsitzender des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e. V. (GaLaBau),  gibt Tipps dafür.

Was brauchen Pflanzen für ein gutes und gesundes Wachstum? Für Thomas Heumann sind zunächst die Pflanztöpfe ganz wichtig. „Die Gefäße müssen groß genug sein. Zudem sollten möglichst keine Terrakotta-Töpfe verwendet  werden, denn diese vertragen keinen Frost“, betont der Experte. Besser seien Stahltröge mit einer Größe von etwa 60 auf 60 Zentimeter und einer Höhe von mindestens 50 Zentimetern. Verfüge man über einen Garten oder etwa eine Dachterrasse, müsse man zunächst die Fragen nach der Bodenbeschaffenheit und den Lichtverhältnissen klären.

Sind diese Fragen geklärt, kann es losgehen mit dem Pflanzen. „Eine tolle Frühlingsbepflanzung bekommt man mit  Begonien, Traubenhyazinthen, Tulpen und Narzissen hin, das wird schön bunt“, sagt Heumann. Im Übrigen könne  man die Zwiebeln dieser Pflanzen prima in ihren Töpfen überwintern, allerdings müsse man sie auch genügend  gießen. Denn, so der Fachmann: „Entgegen der weit verbreiteten Meinung erfrieren viele Pflanzen im Winter nicht, sondern sie vertrocknen.“ Zwischen den blühenden Blumen machen sich nach Heumanns Geschmack besonders gut verschiedene Gräser, die das Ganze auflockern und den nötigen Pfiff geben.

Bei den Blumenarten für den Sommer hat Thomas Heumann klare Favoriten: „Hortensien sind der Hit für jeden Balkon und Garten!“ Besonders die  Hortensie „Annabelle“ sei für den Sommer geeignet. „Die verträgt die Hitze, das ist großartig“, schwärmt er. Eine  tolle Blüte erlebe man auch mit der Sorte „Limelight“, die ihre Pracht von Juli bis in den Spätsommer hinein zeige.  Auch Strauchrosen sind perfekt für die heimische Gartenschau. „Bei den Strauchrosen sollte man allerdings eher anspruchslose Sorten nehmen. Generell gilt: Je wilder die Sorte, umso robuster sind die Pflanzen.“

Ganz wichtig ist auch die entsprechende Erde, in die man die Pflanzen setzt. „Erde ist nicht gleich Erde, da muss man aufpassen und  sich beim Kauf informieren und beraten lassen“, sagt Heumann. Manche Pflanze brauche eine sandigere Erde,  manche eher Torf oder einen sauren Boden. Nie solle man den Fehler begehen, eine billige Erde zu kaufen. „Das  rächt sich in der Regel, weil die Pflanzen hier nicht genügend Nährstoffe erhalten.“

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