ERFINDUNGSREICHTUM trifft ZEITGEIST

Foto: Gabriel Habermann / Remstalfoto

Dieses Jahr waren die Gründer der Kreissparkasse Waiblingen sehr erfolgreich unterwegs. Sie haben nicht nur beim  Gründerpreis 2019 der Sparkassen-Finanzgruppe Baden-Württemberg am 20. Mai 2019 den ersten und dritten Platz  belegt, sondern auch den ersten und zweiten Platz beim Gründerpreis der Kreissparkasse Waiblingen. Heute  wollen wir Ihnen die beiden Preisträger vorstellen.

Localyzer, Erstplatzierter beim Gründerpreis der Kreissparkasse Waiblingen und Drittplatzierter beim Gründerpreis der Sparkassen-Finanzgruppe.

Localyzer wurde Ende 2017 von Jörg Kurzendörfer und Matthias Lange gegründet. Localyzer entstand aus der Idee, das lokale Geschäft vor Ort zu stärken und das digitale Standortmarketing zu vereinfachen bzw. zu ermöglichen. Kurzendörfer arbeitete lange Jahre in großen internationalen Unternehmen in leitenden Funktionen in der  Software-Architektur und Entwicklung und bringt daher die nötige Produkterfahrung mit. Lange sammelte seine  ersten Erfahrungen bei großen Online-Vermarktern und Spezial-Dienstleistern für (regionales) Online-Marketing.

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Lokales digitales Marketing ist eine wichtige Strategie, die die Online-Sichtbarkeit fördert, den Umsatz steigert und  das Multikanal-Kundenerlebnis verbessert. Mit dem Localyzer-System können lokalen Geschäfte hocheffiziente, auf spezifische Zielgruppen ausgerichtete Online-Marketing-Kampagnen umsetzen. Diese können auf Google, Facebook, Instagram, YouTube und vielen anderen hochfrequentierten Websites geschaltet werden. Localyzer konzentriert sich dabei insbesondere auf Unternehmen und Organisationen mit mehreren lokalen Standorten, wie z. B. Filialisten,  Franchisegeber, Verbände, Konzerne …, die ihren lokalen Vertrieb mit entsprechenden regionalisierten Werbebotschaften einheitlich und konsistent unterstützen wollen.

Aufgrund der hohen Nutzung des Internets und der weiterhin vorhandenen Verschiebung von Nutzern weg von  Medien wie Print und TV hin zu online ist Online-Marketing der wichtigste Bestandteil von modernen  Marketingaktivitäten geworden. Durch die hohe Komplexität und zahlreiche Werbemöglichkeiten ist es für kleinere  Standorte kaum möglich, hier teilzunehmen. Auch Filialen, die zu größeren Organisationen gehören, konnten bisher  nur schwierig unterstützt werden, da der hohe manuelle Aufwand, für viele Standorte Einzelkampagnen aufzusetzen, nicht in einem vernünftigen Kosten-Nutzen-Verhältnis stand.

Skinmade, Zweitplatzierter beim Gründerpreis der Kreissparkasse Waiblingen und Erstplatzierter beim Gründerpreis der Sparkassen-Finanzgruppe.

Sieben Minuten – so lange dauert es, die individuellen Werte und Bedürfnisse der Haut zu analysieren und eine  Creme zu produzieren, die genau zu diesen Bedürfnissen passt. Zumindest ist es so bei der Skinmade GmbH aus  Stuttgart, die damit neue Maßstäbe im Bereich Hautpflege setzt. Mithilfe von künstlicher Intelligenz erfolgt die  Herstellung einer personalisierten Gesichtspflege, die bereits bei Douglas zum Einsatz kommt, aber auch online  vertrieben wird.

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Wenn man sich die Geschäftsidee des Forschungsleiters von dermatest, Dr. Lars Rüther, und des Fraunhofer-Forschers Viktor Balzer genauer ansieht, fragt man sich unwillkürlich, warum vorher noch niemand darauf  gekommen ist. Die passende Creme für den individuellen Hautzustand zu finden, ist allerdings gar nicht so einfach.  „Herausforderungen bei der Umsetzung unserer Idee gab es einige – sowohl auf technischer Seite als auch bei der Entwicklung des Endprodukts“, erläutert Viktor Balzer den Weg von der Idee hin zum fertigen Unternehmen. Besonders schwierig sei es gewesen, das auszubauen, was zwischen der Messung der Daten und der Herstellung  passiert: die Auswertung der Ergebnisse durch eine künstliche Intelligenz und die automatisierte Produktion. Diese Hürde haben die beiden Gründer erfolgreich genommen und als der erste Prototyp den hohen Anforderungen  entsprach, wussten sie, dass die Idee bereit für den Markteintritt war. Und der war erfolgreich: Die Skinmade-Automaten stehen mittlerweile in drei Douglas-Filialen.

Doch was genau verbirgt sich hinter dem von Viktor Balzer und Lars Rüther entwickelten Verfahren? Durch eine  regelmäßige Hautmessung ermittelt die „Mini-Fabrik“ von Skinmade den aktuellen Hautzustand. „Wir arbeiten dabei mit dem genauesten System an Messmethoden, das es derzeit weltweit gibt“, erklärt Viktor Balzer über die  Messgenauigkeit. Unter Einsatz künstlicher Intelligenz werden die Inhaltsstoffe und Konzentrationen berechnet, die  exakt auf den Hautzustand abgestimmt sind. Dabei werden Parameter wie Trockenheit der Haut, Konsistenz der  Creme und persönliche Vorlieben wie Duft/kein Duft berücksichtigt. Auf unnötige Inhaltsstoffe, Mineralöle oder Parabene verzichtet Skinmade. Die Vorteile liegen für Viktor Balzer klar auf der Hand: „Wir vermeiden mit unserem  Produkt nicht nur die gängigen Probleme Unter- oder Überpflegung. Dadurch, dass wir nur naturnahe oder  körpereigene Stoffe verwenden, erhält die Haut am Ende nur das, was sie wirklich braucht.“

3 Fragen an

Localyzer

1. Wie wichtig ist Online-Marketing in der heutigen Zeit?
Matthias Lange: Über neunzig Prozent aller Deutschen sind regelmäßig (wöchentlich) im Internet. In der  Altersgruppe unter sechzig sind es beinahehundert Prozent. Nach aktuellen Studien suchen über achtzig Prozent der Käufer erst nach Informationen im Internet, bevor sie im (lokalen) Geschäft kaufen. Die Kombination aus hoher  Reichweite und gezieltem Nutzungsverhalten vor dem bzw. beim Kauf macht Online-Marketing zum wichtigsten Marketinginstrument.

2. Welche Vorteile bietet Localyzer gegenüber der Konkurrenz?
Matthias Lange: Die eigenentwickelte Software ermöglicht es, mehrere Tausend Online-Kampagnen über alle  wichtigen Online-Kanäle voll automatisiert umzusetzen. Dies schafft die Voraussetzung, es auch vielen lokalen Standorten überhaupt zu ermöglichen, für kleine Budgets einfach, schnell und unkompliziert Kampagnen zu   schalten. Die Komplexität für den Endanwender wurde sehr stark reduziert, er muss im Prinzip nur noch  entscheiden, wo (geografisch) was (Kampagnenthema) für wie viel (Budget) wie lange beworben werden soll. Die  komplette Kampagnen-Einstellung, Aussteuerung, Optimierung und Abrechnung erfolgt dann vollautomatisch durch unsere Software. Dieses System kann dann als sogenannte White-Label-Version von großen Organisationen  mit ihren Marketingthemen eingesetzt werden, um ihre lokalen Vertriebsstrukturen zu unterstützen.

3. Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen?
Matthias Lange: Mit den ersten 18 Monaten sind wir sehr zufrieden. Erste Großkunden konnten gewonnen und auch bereits mehrere Tausend lokale Standortkampagnen ausgesteuert werden. Auch das Interesse ist sehr groß bei  unseren Ansprechpartnern bzw. im Markt. Als oftmals strategische Entscheidung, Standorte nun auch mit Online-Marketing zu unterstützen, müssen wir aber noch viel Aufklärungs- und Unterstützungsarbeit in den Konzernen und  Organisationen leisten.

SKINMADE

1. Wie ist die Geschäftsidee von Skinmade entstanden?
Viktor Balzer: Das war bei einem Meeting in Bilbao, in Spanien. Lars und ich waren dort im Rahmen eines EU- Projekts und haben uns kennengelernt. Und gleich noch den Entschluss gefasst, die Kosmetikbranche zu  revolutionieren.

2. Was planen Sie für die Zukunft?
Dr. Lars Rüther: Wir möchten sowohl die Messungen als auch die Produkte immer weiter verfeinern. In Zukunft  wird man sich auch bequem von zu Hause aus mit dem Handy messen können. Und dann – quasi von der eigenen  Couch – ein optimal auf die Hautbedürfnisse abgestimmtes Produkt bestellen können.

3. Benutzen Sie eigentlich selber eine personalisierte Hautcreme?
Viktor Balzer: Natürlich. Wir hoffen, dass man das auch sieht. (lacht)

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